Netzteile

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Die Strompreise kennen seit Jahren nur eine Richtung - steil nach oben - und stromsparende, effiziente Hardware ist unter dem Trendbegriff „Green IT“ ein Thema, welches immer mehr in den Fokus rückt. Das Netzteil war lange Zeit ein grauer, scheinbar nicht weiter beachtenswerter Kasten im PC, der im besten Fall nicht weiter auffiel, im schlechtesten Fall allerdings eine Menge elektrischer Energie als Wärme sinnlos verpuffen ließ, dabei auch noch Lärm verursachte und möglicherweise nicht einmal den stabilen Betrieb des PCs gewährleistet hat. Das alles hat sich allerdings geändert - mittlerweile liefern sich die Hersteller einen Wettstreit um das leiseste, effizienteste und zuverlässigste Netzteil, der das alte Rennen um die höchste aufgedruckte Leistungsangabe in Watt fast schon abgelöst hat - zum Wohle des Gehörs, des Geldbeutels und nicht zuletzt auch der Umwelt.

Der Interessent kann sich bei Netzteilen mittlerweile zwischen vielfältigen Leistungs- und Ausstattungsvarianten entscheiden. Die Variante „grauer Kasten ohne Ausstattung“ gibt es zwar immer noch - aber fast nur in Komplett-PCs aus dem unteren Preissegment. Die unterschiedlichen Netzteile namhafter Hersteller unterscheiden sich vorrangig in folgenden Punkten voneinander:

• Leistung: Die Spanne reicht hier - Spezialnetzteile ausgenommen - von etwa 300 Watt (für Office-PCs oder Homeserver) über die mittlere Leistungsklasse mit 500 bis 750 Watt für gängige Gaming-Konfigurationen bis hin zu absoluten High-End-Boliden mit bis zu 1.600 Watt Maximalleistung, die für Multi-CPU- und Multi-GPU-Systeme im absoluten Spitzensegment benötigt werden.

• Effizienz: Das bekannte "80 Plus"-Label für Netzteile mit einer typischen Effizienz von mehr als 80 Prozent bei 50 Prozent Last wird kaum noch vergeben - fast alle Netzteile erfüllen mittlerweile die Anforderungen für 80 Plus Bronze (>85 Prozent), viele sogar die für 80 Plus Silver (>88 Prozent), Gold (>90 Prozent) oder sogar Platinum (>92 Prozent). An dieser Stelle in ein hochwertiges Netzteil zu investieren, spart auf lange Sicht bares Geld und schont die Umwelt!

• Single-Rail- oder Multi-Rail-Design: Ein Single-Rail-Netzteil ist in der Lage, fast seine gesamte Stromstärke auf einer einzelnen 12-Volt-Leitung bereitzustellen. Bei High-End-Netzteilen können das durchaus 80 Ampere sein, während es bei Multi-Rail-Exemplaren eher Maximalwerte von 30 bis 40 Ampere pro 12-Volt-Rail sind. Dementsprechend sind auch die Überlastschaltungen ausgelegt, so dass Multi-Rail-PSUs insgesamt als besonders sicher gelten. Die einzelne 12-Volt-Leitung ist daher in erster Linie im High-End-Bereich beliebt, wo extrem übertaktete CPUs oder Grafikkarten bereits die Überstromsicherung einer zu schwachen 12-Volt-Leitung auslösen können.

• Kühlung: Die meisten Netzteile verfügen über einen Lüfter im 120-, 135- oder 140-mm-Format, der permanent läuft und last- oder temperaturabhängig geregelt ist. Manche, vor allem sehr hochwertige und Exemplare im mittleren bis hohen Leistungsbereich, deren hohe Effizienz ihre eigene Abwärme in Grenzen hält, schalten den Lüfter erst ab einer bestimmten Auslastung oder Temperatur an (semipassiv) - und einige der effizientesten Netzteile in der Klasse bis etwa 500 Watt sind passiv gekühlt, kommen also ganz ohne eigenen Lüfter aus. Somit sind sie erste Wahl für einen wirklich lautlosen Silent-PC.

• Kabelmanagement: Während bei preiswerten Netzteilen alle Kabel fest angebracht sind, sind viele Exemplare aus dem mittleren und oberen Preissegment mit der Möglichkeit ausgestattet, einige (teilmodular) oder sogar alle (vollmodular) Kabelstränge abzunehmen, wenn sie aufgrund der Hardwareausstattung nicht benötigt werden. Somit sind weniger Kabel im Gehäuse unterzubringen und es ergibt sich ein aufgeräumter Innenraum mit einem besseren Airflow.